Blickpunkt » D wie Detektiv » Profi mit Wissen, Charakter und Instinkt

D wie DetektivProfi mit Wissen, Charakter und Instinkt

Violetter Fingerabdruck

Intelligente Spürnase, Draufgänger, Held oder doch zwielichtiger Schnüffler, der es mit dem Recht nicht so genau nimmt? Die Klischees haben mit der tatsächlichen Arbeit von Detektiven kaum etwas gemeinsam.

Der Detektiv - ein professioneller „Enthüller“

Ein Detektiv ist im Wortsinn ein professioneller „Aufdecker“ und „Enthüller“ (lat.: detegere, Bedeutungen: aufdecken, bedecken, enthüllen, entdecken, entlarven, gestehen, entblößen, ausforschen). Im angelsächsischen Raum bezeichnet der Begriff „Detektiv“ (engl.: detective) einen Dienstgrad oder eine Funktion bei der Polizei. Zur Unterscheidung vom Polizeiberuf hat sich daher für den Detektiv die Bezeichnung private detective oder private investigator durchgesetzt, zu Deutsch: Privatdetektiv! Ein Detektiv arbeitet in der Regel selbständig oder als Angestellter einer Detektei und wird im Auftrag von Unternehmen, Privatpersonen, Rechtsanwälten oder Institutionen tätig.

Fachwissen und Persönlichkeit

Die Berufsbezeichnung „Detektiv“ ist in Deutschland nicht geschützt. Für die Ausübung des Berufes benötigt ein Detektiv - rechtlich betrachtet - nur eine Gewerbeanmeldung (nach § 14 der Gewerbeordnung), einen persönlichen Zuverlässigkeitsnachweis in Form eines Führungszeugnisses (§ 30 Abs. 5 Bundeszentralregistergesetz) und eine Auskunft aus dem Gewerbezentralregister. In der Praxis allerdings muss ein Detektiv über fundierte Fachkenntnisse aus unterschiedlichen Bereichen wie Kriminalistik, Betriebswirtschaft, Recht und Informationstechnologie verfügen. Der Gewerbeschein ist also lediglich die Berechtigung zur Ausübung des Detektivgewerbes und nicht zu verwechseln mit der fachlichen Befähigung!

Neben umfangreichen Fachkenntnissen sind auch die Persönlichkeit und die Begabungen eines Detektivs von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Ausübung seines Berufs. Integrität, Zuverlässigkeit, Beharrlichkeit und Ausdauer sind ebenso erforderlich wie Intelligenz, hohe analytische Fähigkeiten und nicht zuletzt ein ausgeprägter Instinkt. Wichtigtuer und Abenteurer sind absolut fehl am Platze. Detektive sind Vertrauenspersonen, ihre Auftraggeber müssen sich jederzeit auf sie verlassen können. Vertrauenswürdigkeit und Diskretion sind für Detektive das wichtigste Betriebskapital.

Detektivarbeit - Suche nach Beweisen

Als ein privater Ermittler sammelt und dokumentiert ein Detektiv Informationen mit dem Ziel, gerichtsverwertbare Beweise für seine Auftraggeber zu erbringen. Die Ermittlungsergebnisse eines Detektivs müssen seinem Auftraggeber als Basis für mögliche gerichtliche Auseinandersetzungen dienen können, d.h. sie müssen als Beweismittel vor Gericht auch anerkannt werden. Ohne entsprechende Fachkenntnisse und Erfahrungen sowie präzise und seriöse Arbeit in der Ermittlung und der Dokumentation ist das nicht möglich, zumal Ermittlungsergebnisse vor Gericht nur dann Beweiskraft haben, wenn sie auf legalem Wege und mit legalen Mitteln zustande gekommen sind.

Ermittlungen zwischen Seitensprung und Subventionsbetrug

Der Einsatz von Detektiven betrifft nahezu alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Im Auftrag von Wirtschaftsunternehmen befassen sich Detektive mit allen Aspekten der Wirtschaftskriminalität. Das reicht von Produkt- und Markenpiraterie, Patentrechts- und Markenschutzverletzungen über Versicherungs- und Subventionsbetrug bis zu Umwelt- und IT-Kriminalität sowie dem weiten Feld der Mitarbeiterkriminalität. Dass Detektive hier nur als versierte Fachleute gerichtsverwertbare Beweise erbringen können, liegt auf der Hand. Wenn ein Detektiv etwa einen konkreten Fall von Marken- und Produktpiraterie bearbeitet, muss er fachlich in der Lage sein, Produktionsstätten festzustellen, Vertriebswege lückenlos aufzuzeigen und die verantwortlichen Drahtzieher zu ermitteln.

Für Privatpersonen werden Detektive oder Detekteien vor allem in Ehe-, Familien- und Sorgerechtsangelegenheiten, in Streitfällen bei Unterhaltszahlungen, bei Erb- und Nachlassangelegenheiten, bei Vermisstensuche oder bei Nachbarkeitsstreitigkeiten tätig.

Zu den klassischen Methoden der Detektivarbeit gehören Recherchen, Observationen (Beobachtungen) und Befragungen. Dabei stützen sich Detektive auf eine ganze Reihe technischer Hilfsmittel, vom Fernglas über moderne Foto- und Videotechnik bis zu GPS-Ortungssystemen. Die praktische Arbeit von Detektiven vollzieht sich diskret und weitgehend im Verborgenen, um den Erfolg von Ermittlungen nicht zu gefährden.

Ermittlungen im Rahmen der Legalität

Ein Detektiv nimmt kein öffentliches Amt wahr, er verfügt daher über keine hoheitlichen Befugnisse und genießt keinerlei Sonderrechte. Wenn ein Detektiv ermittelt, ist und bleibt er Privatmann bzw. ein normaler Gewerbetreibender. Ihm stehen nur die Jedermannsrechte zu.

Bevor ein Detektiv seine Arbeit aufnehmen kann, muss sein Auftraggeber ein „berechtigtes Interesse“ glaubhaft machen. Der Detektiv muss sich davon überzeugen, dass sein Einsatz zur Klärung oder Durchsetzung eines berechtigten Interesses oder eines Rechtes seines Auftraggebers erforderlich ist. Bloße Neugier oder eventuelle Rachegelüste des Auftraggebers gegenüber Dritten reichen für einen Detektiv bei weitem nicht aus, um Ermittlungen aufzunehmen. Im Gegenteil: Er könnte sich sogar strafbar machen.

Bei seinen Ermittlungen hat sich ein Detektiv im Rahmen der Legalität zu bewegen und die gültigen Gesetze einzuhalten. Ein Detektiv muss sich stets darüber im Klaren sein, was in welchen Fällen unter welchen Voraussetzungen rechtlich zulässig ist, und eine Abwägung zwischen den berechtigten Interessen seines Auftraggebers und den Rechten von Zielpersonen vorzunehmen. Das gilt insbesondere für den Einsatz von technischen Hilfsmitteln, denn hier setzen nicht nur die Persönlichkeitsrechten von Zielpersonen, sondern auch Datenschutzgesetze rechtliche Grenzen.

detektei-pool / 2009