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Chemische Fangmittel

Chemische Fangmittel zur Täterüberführung

Chemische Fangmittel sind Diebesfallen. Sie werden an Gegenständen angebracht, mit denen ein Täter in Berührung kommen kann. Die Fangmittel sind unsichtbar, der Täter nimmt sie folglich unbewusst auf. Da das Fangmittel nach einem Kontakt am Täter haften bleibt und Spuren hinterlässt, kann dieser überführt werden. Chemische Fangmittel werden u.a. von Detektiven zur Täterüberführung oder bei der Spurensicherung eingesetzt. Als chemische Fangmittel kommen z.B. Farbstoffe zum Einsatz. Gerät eine Person damit in Kontakt, bewirkt das Mittel eine rote Hautverfärbung. Das Mittel eignet sich dann, wenn ein Verdächtiger unter Beobachtung steht, da sich der Farbstoff mit der Zeit abwäscht. Wenn sich ein Verdächtiger nicht laufend überwachen lässt, wird als Fangmittel auch Silbernitrat genutzt. Silbernitrat reagiert auf der Haut und zeigt nach einiger Zeit schwarz-braune Flecken oder Pünktchen, die durch Waschen nicht verschwinden. Sie sind erst dann nicht mehr sichtbar, wenn eine Hauterneuerung stattgefunden hat. Zu den chemischen Fangmitteln gehört auch die UV-Behandlung, d.h. Substanzen, die für das bloße Auge unsichtbar sind und erst unter UV-Licht sichtbar werden. Die UV-Tinte wird zur Stoff-, Hautgewebe- und Metallmarkierung eingesetzt. Gegenstände können auch mit UV-Marker, UV-Lack, UV-Kreide oder UV-Wachsstiften beschriftet oder markiert werden. Wo der Einsatz von UV-Pulver nicht möglich ist, wird UV-Paste angewandt.

Chemische Fangmittel zur Sicherung von Fingerabdrücken

  • Cyanacrylat ist ein chemischer Stoff, der mittels einer Maschine auf nicht saugende, glatte Oberflächen aufgedampft wird, um Fingerspuren zu sichern.
  • Mit einer Bedampfungsmaschine wird auch Jod-Ninhydrin aufgedampft, um insbesondere verborgene Spuren auf Papier sichtbar zu machen und dauerhaft zu sichern.
  • Ninhydrinlösung auf der Basis von Petroleumbenzin wird auch zum Eintauchen oder Besprühen von saugenden Materialien wie Karton oder Papier benutzt, um Fingerabdrücke sichtbar zu machen.
  • Zur Sicherung älterer und schlechter Spuren auf Keramik, Porzellan, Kunststoffen und Glas eignen sich Fingerabdruckpulver mit Argetorat, einem feinkörnigen Aluminiumpulver.
  • Caput-Mortuum ist ein rotes Eisenoxid, das zur Spurensuche von Eisenmetallen eingesetzt wird.
  • Um Fingerabdrücke auf porösen Flächen, wie Leder Holz und Stoff sichtbar zu machen, wird Magnetpulver benutzt.
  • Bei noch frischen Spuren auf Holz, glattem Papier, Glas und Porzellan eignet sich besonders das chemisch reine Rußpulver.
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