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Industriespionage

Der Begriff „Industriespionage“

Industriespionage ist eine Erscheinungsform der Wirtschaftskriminalität, die auch als Wirtschaftsspionage bezeichnet wird. Weitere synonym verwandte Begriffe sind Konkurrenz- und Betriebsspionage. Industriespionage nutzt illegale Wege und verfolgt spezielle Zielstellungen mit unerlaubten und rechtlich zu verurteilenden Maßnahmen. Ziel der Industriespionage ist das Ermitteln von Betriebsgeheimnissen. Ein besonderer Aspekt liegt dabei auf der Gewinnung von Kenntnissen über spezielle Innovationen und (technischen) Entwicklungen sowie von Know-how aus Bereichen, die für die Täter und Auftraggeber von besonderem Interesse sind.

Ziele von Industriespionage

Industriespionage wird planmäßig betrieben, um Resultate aus Forschung und Entwicklung z.B. für neue Produktionsprozesse oder Neuentdeckungen, bedeutsame Konstruktions- und Herstellungsverfahren oder spezielle Arbeitsmittel, etwa neuartige und nutzintensive Maschinen, Werkzeuge oder Steuerungssystem auszuforschen. Außerdem zielt die Wirtschafts- oder Konkurrenzspionage darauf, das gesamte Umfeld eines Unternehmens zu erkunden, d.h. auch Lieferanten und wichtige Kunden, Lagerbestände in Qualität und Quantität und betriebsorganisatorische Prozesse. Ein weiteres zentrales Thema für die Industriespionage stellt zudem das Auskundschaften von Verkaufs- und Werbestrategien und von Vertriebsstrategien und -organisation dar.

Konkurrenten gewinnen enorme Vorteile, wenn sie an hochwertige Unterlagen in Bezug auf die Kalkulation, die Investitionen und die Buchführung gelangen. Industriespionage will zudem interne Informationen über das Management, Strategien, Strukturen sowie Beteiligungen von Unternehmen gewinnen.

Erscheinungsformen von Industriespionage

Industriespionage nutzt auf der einen Seite öffentliche und auf den ersten Blick unbedenkliche Methoden, um an Informationen zu gelangen. So werden Veranstaltungen von Zielfirmen besucht oder unauffällig Gespräche an öffentlichen oder beschränkt öffentlichen Orten mitgehört. Veröffentlichungen von Firmen werden sorgfältig studiert. Weitere Möglichkeiten bieten sich der Industriespionage durch Teilnahme an Firmengesprächen oder den Besuch firmeninterner Weiterbildungsmaßnahmen. Auf der anderen Seite bemüht sich Industriespionage intensiv um verdeckte Quellen. Das können Innentäter, also Mitarbeiter einer Zielfirma sein, die über interne Kenntnisse verfügen oder Zugang zu vertraulichen Unterlagen haben. Mitunter werden auch „eigene“ Mitarbeiter eingeschleust, die als Agenten Industriespionage betreiben. Von größter Bedeutung ist die Kommunikations- und IT-Infrastruktur von Unternehmen. Hier setzt Industriespionage verstärkt an, um relevante Daten in Besitz zu bekommen. Unzureichend geschützte Computer- und IT-Systeme bieten Spionen ein ideales Einfallstor in das Innenleben eines Unternehmens.

Auswirkungen von Industriespionage

Nicht nur große Unternehmen geraten in das Visier von Industriespionage. Auch kleinere und mittelständische Firmen sind zunehmend betroffen, vor allem wenn sie über spezielles technisches Know-how und besondere technische Verfahren verfügen. Industriespionage kann für jedes Unternehmen verheerende Folgen nach sich ziehen. Durch Konkurrenzspionage können Unternehmen umfangreiche finanzielle und materielle Verluste erleiden. Schwerer wiegt mitunter der Verlust von Know-how und damit von Wettbewerbsvorteilen. Diese können zur Gefährdung der Existenz und damit auch von Arbeitsplätzen führen.

Detektive und Industriespionage

Industriespionage, d.h. Aufdeckung von Industriespionage ist ein Arbeitsgebiet von Detekteien. Das Sammeln von Beweisen gegen Industriespione und deren Hintermänner und Auftraggeber ist eine äußerst komplexe Aufgabe. Detektive, die sich mit Spionage beschäftigen, müssen daher über umfassende Kenntnisse auf verschiedenen Sachgebieten wie Betriebswirtschaft, Recht und IT sowie Erfahrung und ein gutes Gespür verfügen.

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