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Korruption

Korruption kann ein Fehlverhalten sowohl im strafrechtlichen als auch im moralischen Sinne bezeichnen. Grundsätzlich stellt Korruption den Missbrauch einer privilegierten Stellung dar, die durch ein Amt, eine politisches Mandat oder eine Funktion in einem Wirtschaftsunternehmen begründet ist. Der Korrumpierende verschafft sich oder jemand anderem dabei einem ihm sonst nicht zustehenden Vorteil, unabhängig davon ob er sein Fehlverhalten aus eigener Initiative oder auf Veranlassung durch einen anderen begeht. Durch Korruption wird einer Person, einem Unternehmen oder der Allgemeinheit Schaden zugefügt. Kennzeichend für Korruption ist der Versuch, das betreffende Fehlverhalten unbemerkt vorzunehmen oder zu verschleiern. Korruptionsdelikte können einen schweren Straftatbestand darstellen und werden als Bestechlichkeit, Vorteilsnahme oder Vorteilsgewährung geahndet.

Erscheinungsformen von Korruption

Eine klassische Erscheinungsform von Korruption ist die unfaire Vergabe von Aufträgen, beispielsweise im Bausektor. Der Entscheider handelt beim Vergabeverfahren nicht oder nur scheinbar nach vorgegebenen bzw vorgeschriebenen Kriterien, sondern schanzt den ausgeschriebenen Auftrag dem Auftragnehmer zu, der ihm einen persönlichen Vorteil verschafft. Dabei kann grundsätzlich zwischen aktiver und passiver Korruption unterschieden werden. Fordert der Entscheider einen Vorteil ein und bietet dafür im Gegenzug eine subjektive Einflussnahme auf das Entscheidungsverfahren an, wird von aktiver Korruption gesprochen. Der Entscheider macht sich einer passiven Korruption schuldig, wenn er einem unzulässigen Bestechungsversuch eines Bewerbers nachgibt. Bei politischen Entscheidungen kann von Korruption gesprochen werden, wenn ein Mandatsträger eine Entscheidung nicht sachgemäß, sondern heimlich im Sinne einer Interessensgruppe trifft, weil er sich persönlich oder für seine Partei einen Vorteil davon verspricht.

Folgen von Korruption

Korruption zieht zunächst direkte materielle Schäden nach sich. Betroffen davon können öffentliche Haushalte, Institutionen, Unternehmen oder Privatpersonen sein. Im öffentlichen Bereich können durch Korruption politische Entscheidungen herbeigeführt werden, die gravierende Folgen nicht nur für die Haushalte, sonder auch für die weitere politische Gestaltung haben. Ebenso können zukunfstweisende Entscheidungen blockiert oder verzögert werden. Unmittelbare indirekte Schäden sind Vertrauens- und Imageverlust, die für Unternehmen wie für Mandatsträger häufig schwerer wiegen als die finanziellen Schäden. Im wirtschaftlichen Bereich kann Korruption ganze Märkte vergiften. Wird auf einem Markt mit hohem Konkurrenzdruck Korruption praktiziert und toleriert, sehen sich häufig auch Marktteilnehmer, die bis dahin absolut integer gearbeitetet, gezwungen, auf Korruption zurückzugreifen, um ihre Marktposition zu behaupten.

Bekämpfung von Korruption

Entscheidend für eine wirkungsvolle Bekämpfung von Korruption ist intensive Prävention. Das beginnt z.B. im wirtschaftlichen Bereich bei der Stärkung persönlicher Integrität von Entscheidungsträgern und der Schaffung einer Unternehmenskultur, die Korruption ächtet, und reicht bis zur Einführung konkreter Maßnahmen. Bei Verdacht auf Korruption setzen Unternehmen häufig Detektive ein, die entsprechende Ermittlungen durchführen. Wird Korruption entdeckt und nachgewiesen, ist ein konsequenter Umgang erforderlich, der Sanktionen nicht nur androht, sondern auch durchführt.

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