Das Detektivgewerbe in Deutschland ist 2009 von der Wirtschaftskrise nicht verschont geblieben. Entgegen den Erwartungen zum Jahresbeginn sind die Umsätze um rund zehn Prozent zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Mitgliederumfrage des Bundesverbandes Deutscher Detektive (BDD).
Als Ursache für den zweitstelligen Umsatzrückgang nennen die Detekteien die allgemeine Wirtschaftskrise sowie eine starke Verunsicherung von Auftraggebern aus der Wirtschaft hinsichtlich der Rechtmäßigkeit von Mitarbeiterüberwachungen. So habe sich bereits in der ersten Jahreshälfte 2009 abgezeichnet, dass die skandalösen Überwachungsmaßnahmen bei einigen Großunternehmen zu Verunsicherungen und Zurückhaltung im personellen Ermittlungsbereich führen würden. Entsprechend ist die Zahl der Ermittlungsaufträge in diesem Bereich zurück gegangen.
(Vgl. zur Problematik „Detektiv-Einsatz ist ein legitimes Mittel“ sowie
„Eine neue Bespitzelungsaffäre?“)
Die Aussichten
für das Wirtschaftsjahr 2010 werden von den Detekteien insgesamt positiv beurteilt. 64 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich der Negativtrend nicht fortsetzt und die Umsätze stabil bleiben oder sogar steigen werden.
Verbessern konnten die Detekteien ihre Aufklärungsquote. Vollständig aufgeklärt wurden 2009 rund 61 Prozent der Fälle gegenüber 56 Prozent im Vorjahr. Teilweise aufgeklärt wurden 35 Prozent und nur in vier Prozent der Ermittlungsfälle blieb der Aufklärungserfolg aus.
Die Mehrzahl der Detektivaufträge (53 Prozent) kommt nach wie vor aus der Wirtschaft, 14 Prozent kommen von Rechtsanwälten und 26 Prozent von Privatpersonen. Die Verwendung detektivischer Ermittlungsergebnisse zeigt für das Jahr 2009 eine deutliche Veränderung. Im Vorjahr wurden die Ermittlungsergebnisse zu gleichen Teilen (jeweils 41 Prozent) für private bzw. innerbetriebliche Regelungen sowie für eine Anzeige bzw. einen Prozess genutzt. Jetzt werden 52 Prozent der Ergebnisse für private bzw. innerbetriebliche Regelungen herangezogen und nur noch 30 Prozent münden in Anzeigen bzw. in gerichtlichen Auseinandersetzungen.
detektei-pool / 08.02.2010
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