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Neue Studie zur WirtschaftskriminalitätGefahr durch Wirtschaftskriminalität nimmt zu

37 Prozent der Unternehmen in Deutschland waren in den letzten drei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität. Mehr als zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) gehen davon aus, dass das Ausmaß wirtschaftskrimineller Handlungen weiter zunehmen wird. Das zeigt eine Umfrage unter 300 Unternehmen (davon knapp die Hälfte aus dem Mittelstand), die das Emnid-Institut im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG durchgeführt hat.

Internetkriminalität steigt rasant

Nach wie vor stellten die klassischen Vermögensschädigungen wie Betrug (bei 61 Prozent der Befragten), Diebstahl oder Unterschlagung (57 Prozent) und Untreue (45 Prozent) die am häufigsten auftretenden Delikte dar. Sprunghaft angestiegen ist nach Angabe der befragten Unternehmen die Internetkriminalität auf inzwischen 53 Prozent (plus 30 Prozent). Zu den Delikten im Internet zählen u. a. Identitätsdiebstahl, betrügerisches Anbieten von Waren und Dienstleistungen oder Kreditkartenbetrug. Dazu Frank M. Hülsberg, Leiter des Bereichs Forensic bei KPMG: "Durch die zunehmende Verlagerung vieler Geschäfts- und Abwicklungsprozesse in das Internet wächst die potenzielle Angriffsfläche der Unternehmen und es ist zu befürchten, dass sich das auch in den Schadensnennungen niederschlagen wird."
Weniger häufig traten Kartellrechtsverstöße, Geldwäsche, Korruption und die Fälschung von Jahresabschlüssen bzw. von Finazinformationen auf. Doch gerade diese Deliktformen sind es, die für Unternehmen ein hohes Risiko bergen, da sie die weitaus höchsten Schäden verursachen.

Mittelstand unterschätzt die Gefahr

Ein besonderes Augenmerk richtet die Studie auf den Mittelstand. Nach Einschätzung der Verfasser wird die Gefahr durch Wirtschaftskriminalität vom Mittelstand weiterhin stark unterschätzt. Die mittelständischen Unternehmen sehen sich wesentlich weniger gefährdet als Großunternehmen. Gleichzeitig überschätzen viele Unternehmen ihre Kenntnisse hinsichtlich wirtschaftskrimineller Handlungen. Dies werde insbesondere bei den immateriellen Vermögenswerten deutlich. Dabei sei die Verletzung von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen im Mittelstand bei Weitem kein Einzelfall mehr. Die Umfrageergebnisse zeigten, dass der Datendiebstahl für mittelständische Unternehmen ein größeres Problem darstelle als für Großunternehmen. Dennoch schützten erst wenige mittelständische Unternehmen ihr Know-how und ihre Innovationen in ausreichendem Maße.
Problematisch sei zudem, dass „Vertrauen“ als Organisationsprinzip im Mittelstand weit verbreitet ist. Die potenzielle Gefahr, die von eigenen Mitarbeitern ausgehe, werde vernachlässigt. So zeige die Studie z.B., dass sich in mittelständischen Unternehmen Mitarbeiter überwiegend mit externen Dritten zusammentun, um dem Betrieb Schaden zuzufügen. Dies war in zwei von drei Fällen wirtschaftskrimineller Handlungen so (62 Prozent). Bei Großunternehmen dagegen liege diese Quote bei nur 40 Prozent.

detektei-pool / 12.01.2010

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